18. September 2026
Vom Traumtag zur Nachtschicht
Hatten wir gestern doch erzählt, was für ein schöner Tag das war. Aber ein Tag hat 24 Stunden – und da hat sich noch richtig was abgespielt!
Unser Tagebucheintrag war fertig, ich verräume gerade den Laptop und Roland kontrolliert noch einmal die Leinen an der Muring. Plötzlich schauen wir uns an – wir haben beide denselben Gedanken: Der Wind hat gedreht!
Und zwar um 180 Grad, aus heiterem Himmel und bei sternenklarer Nacht. Innerhalb von fünf Minuten haben wir in unserer geschützten Bucht bis zu 30 Knoten Wind und plötzlich bauen sich ordentliche Wellen auf. Albatros schaukelt und stampft, an Losmachen und Wegfahren ist überhaupt nicht zu denken. Das Risiko, ins Seichte oder an die Felsen gedrückt zu werden, wäre viel zu groß.
Also heißt es: Durchhalten! Gemeinsam mit fünf anderen Booten an den Bojen warten wir, bis der Spuk vorbei ist.
Aus dem Spuk wird allerdings eine Nachtschicht. Wir können uns nicht daran erinnern, jemals so schlecht gestanden zu sein.Und bevor jemand denkt wir würden Wetterberichte oder Wetter-Apps nicht anschaun: Natürlich tun wir das. Dieses Wetterphänomen war schlichtweg nicht vorher zu sehen.😳
Dreimal wagt sich Roland nach vorne, um die Leinen zu kontrollieren, und auch das Beiboot muss zwischendurch neu verzurrt werden. Natürlich nur mit Schwimmweste und angeleint versteht sich.
Um 2 Uhr morgens kommt Roland von seiner Kontrolle zurück und berichtet, dass unser Bugspriet die Nacht nicht überlebt hat. Bei den bis zu drei Meter hohen Wellen dürfte sich die Leine zur Boje beim Eintauchen in die Welle am Bugspriet verfangen haben. Unsere acht Tonnen Albatros haben dann den Rest erledigt.
Ein Schaden, der schmerzt, aber repariert werden kann.
Um 7 Uhr beruhigen sich Wind und Wellen endlich ein wenig. Roland löst vorne die Leinen und ich fahre Albatros aus der Bojenbucht. Hinter dem Wellenbrecher ist es wesentlich ruhiger und wir machen erst einmal einen Kaffee. ☕️
Danach schauen wir uns den Schaden genauer an und beginnen gleich mit dem Abbau von Anker und Bugspriet. Jetzt hoffen wir, dass wir in der nächsten Marina jemanden finden, der uns das Ganze wieder repariert.
Der restliche Tag verläuft Gott sei Dank entspannt. Wobei der Blick zum Himmel sagt:
Das nächste Gewitter kommt bestimmt! ⛈️😑

17. September 2026
**San Nicola – ein lohnender Landgang **
Noch vor dem Frühstück verlegen wir unsere Albatros in ein anderes Bojenfeld, denn ab heute ist Scirocco angesagt. 🌬️ Da wollen wir lieber etwas geschützter liegen.
Gegen Mittag brechen wir mit dem Beiboot zur Inselerkundung auf. Es geht zunächst steil einen alten Wehrgang hinauf bis in die innere Burg. Anfangs sind noch viele Menschen unterwegs, die mit den schnellen Fähren vom Festland herüberkommen. Wir spazieren durch den kleinen Ort und genießen immer wieder den herrlichen Ausblick über das Meer. 🌊
San Nicola blickt auf eine lange Geschichte zurück: Bereits im 9. Jahrhundert gründeten Benediktinermönche hier ein Kloster, das später zu einer mächtigen Festungsanlage ausgebaut wurde. Die imposante Abtei Santa Maria a Mare und die Befestigung prägen die Insel bis heute. 🏰
Ein großer Teil der historischen Anlage ist leider ziemlich verfallen. An allen Ecken und Enden wird fleißig restauriert. 🔨🏰 Allerdings denken wir, dass es wohl noch einige Jahre dauern wird, bis hier alles wieder in neuem Glanz erstrahlt.
Wir machen noch einen wunderschönen Spaziergang über das Plateau, bevor wir schließlich umkehren. Inzwischen sind die letzten Fähren abgefahren und bis auf ein paar Einheimische sind wir fast alleine im Ort. Plötzlich wirkt alles noch viel beeindruckender und irgendwie mystisch.
Wir gönnen uns noch ein Getränk in einer kleinen Bar und machen uns anschließend auf den Rückweg zur Albatros. 🍻
Anfangs bläst noch kräftiger Ostwind danach dreht er auf Süd wie vorhergesagt. Doch mittlerweile ist es wieder ganz ruhig. Perfekt also, um die letzten Tage Revue passieren zu lassen – und endlich die liegen gebliebenen Tagebucheinträge nachzuholen. ✍️😊

16. September 2026
Wir queren die Adria
Die Nacht hatte einiges zu bieten: ständig wechselnde Bedingungen – mal ordentlich Wind, dann wieder fast zu wenig – und dazu eine ziemlich unangenehme Welle. Trotzdem kamen wir ganz gut vorwärts.
Die Schaukelei setzte Monika allerdings etwas zu, sodass ich kurzerhand die komplette Nachtwache übernahm. Nach dem wunderschönen Sonnenaufgang am Meer waren meine Augen dann aber der Meinung, dass es jetzt wirklich genug war. Also musste Monika die Wache übernehmen und ich durfte ins Bett.
Nach ungefähr drei Stunden Schlaf war ich wieder fit und wir konnten den restlichen Tag bei herrlichem Wetter und schönem Wind genießen.
Etwa drei Stunden vor unserem Ziel, der Insel San Nicola, verabschiedete sich dann leider der Wind. Also hieß es: Motor an für die letzten paar Meilen.
An einer Boje vor der beeindruckenden Festungsinsel machen wir schließlich fest. Noch schnell etwas essen, im Meer abkühlen und dann ab ins Bett. Nach dieser langen Nacht dauerte es nicht lange, bis wir beide in einen tiefen und wohlverdienten Schlaf gefallen sind. 😴🌊

15. September 2026
Hurra das Paket ist da 📦
Endlich hat die Warterei ein Ende! 📦🎉
Unser Paket ist endlich da! Freudig nehmen wir das langersehnte Ersatzteil in Empfang und machen uns sofort an den Einbau am Boot. Keine halbe Stunde später läuft der Wassermacher wieder einwandfrei. 💦👍 Was für eine Erleichterung!
Damit ist auch schnell die nächste Entscheidung getroffen: Wir fahren los! Der lange Schlag Richtung Italien steht an. ⛵️
Um 13 Uhr geht der Anker auf. Mit dem Motor fahren wir nur kurz aus der Bucht, denn kaum sind wir draußen, können wir bereits die Segel setzen. Der Wind passt und wir kommen gut voran.
Vor uns liegt eine richtig lange Etappe. Wir werden die ganze Nacht durchsegeln und auch am nächsten Tag noch einige Stunden unterwegs sein, bevor wir italienischen Boden erreichen. 🌙⛵️

14. September 2026
Ein Paket, das nicht kommen mag! 📦😤
Ein Paket, das nicht kommen mag! 📦😤
Heute stehen wir etwas früher auf und fahren in die Marina, damit wir den DHL-Boten ja nicht verpassen.
Doch nach einigen Stunden Warten dann die Ernüchterung: Kein DHL, kein Paket. 📦❌
Also wieder telefonieren, wieder nachfragen und wieder vertröstet werden. Die nächste Hoffnung ist nun morgen. Wobei unser Paket eigentlich schon zweimal in Sukošan war und jedes Mal wieder zurück nach Zadar gereist ist. So langsam scheint es mehr von Kroatien zu sehen als wir!
Uns bleibt also nichts anderes übrig, als unverrichteter Dinge abzuziehen. Wir gehen noch Lebensmittel einkaufen, fahren zurück zum Boot und vertreiben uns den restlichen Nachmittag mit Kartenspielen.
Jetzt heißt es Daumen drücken, dass es morgen endlich klappt und unser reiselustiges Paket tatsächlich bei uns ankommt! 🍀📦🤞

13. September 2026
🔔 6 Uhr Geläut und 6 mm Schnitt 💇♂️😂
Um 06:00 Uhr läuten in Sukošan mindestens fünf Minuten lang die Kirchenglocken. Ein wunderschönes Geläut – aber warum man dafür jeden Sonntag um 6 Uhr geweckt werden muss, erschließt sich uns nicht ganz. Wir ziehen uns jedenfalls die Decke über den Kopf und schlafen weiter.
Wir hatten einen gemütlichen Bordtag mit Schwimmen und Lesen. Roland hat sich endlich wieder seinen Bart rasiert und gleich noch den Friseur an Bord besucht. Praktisch so ein 6-mm-Haarschnitt – da kann man beim Friseur nicht viel falsch machen.
Ach ja, eine Kleinigkeit haben wir dann doch noch erledigt: Unser Windrichtungsanzeiger war verdreht und zeigte den Wind nicht ganz aus der richtigen Richtung an. Also musste Roland rauf in die Mastspitze und ihn neu ausrichten. Natürlich wurde er von mir gesichert. Die ganze Angelegenheit war nach 15 Minuten erledigt.
Nach dieser körperlichen Höchstleistung mussten wir uns natürlich erst einmal ausgiebig erholen – bei einem wohlverdienten Bier. So ein Arbeitseinsatz darf schließlich nicht unterschätzt werden.

12. September 2026
Einmal Waschen, zweimal Bier 🧺🍺
Heute sind wir gegen Mittag in die Marina Sukošan gefahren – in der Hoffnung, dass DHL endlich unser Ersatzteil geliefert hat. Leider Fehlanzeige. Also haben wir kurzerhand beschlossen, aus dem Samstag einen Waschtag zu machen.
Mit einem Sack Schmutzwäsche schlenderten wir durch die Marina zur Laundry. 10 Euro für eine Trommel Wäsche … naja 😉 Da kommt’s auf zwei Bier beim Warten auch nicht mehr drauf an. Aber ganz ehrlich: Bei dem Ausblick an der Strandbar mutiert sogar mein Mann zum Waschbären. 😄
Am Nachmittag zurück an Bord, bekamen wir Besuch von drei ganz lieben Bootsnachbarn, denen unsere Albatros so gut gefiel, dass sie kurzerhand zur Bootsbesichtigung an Bord kamen. Wir plauderten eine Weile über Albatros und unser Vorhaben und verabschiedeten sie mit einem Stamperl von meinem selbst gemachten Zirbenschnaps.
Danach wurde rund ums Boot die Wäsche aufgehängt – und eine Stunde später schon wieder trocken abgenommen. So schnell kann’s gehen! Während wir noch lesen, schaukelt sich Albatros gemütlich in den Sonnenuntergang.

11. September 2026
Party oder Gewitter?
Es ist die Frage aufgekommen, ob wir gestern Party hatten, als manche unseren Tracker angeschaut haben. Könnte man fast glauben – unsere Spur schaut tatsächlich ein bissl danach aus. In Wirklichkeit hat es die ganze Nacht wieder ordentlich gewittert und der Wind hat dabei ständig gedreht, sodass wir durch sämtliche Himmelsrichtungen geschickt wurden. Der Anker hat aber bombenfest gehalten.
Am Vormittag haben wir das Beiboot ins Wasser gelassen und den Mercury gestartet. Er schnurrt wie ein Kätzchen – da haben wir wirklich gute Arbeit geleistet.
Mittags ging’s zum Postamt, um unser Paket mit dem sehnsüchtig erwarteten Ersatzteil abzuholen. Wie aus der Sendungsverfolgung bereits ersichtlich und von uns fast befürchtet, hat das natürlich nicht geklappt. DHL hat das Paket wieder nach Zadar mitgenommen. Die kroatische Post nimmt DHL-Sendungen nämlich nicht an. 🤦♀️ Die Firma Maritimo kümmert sich nun darum und schickt das Ersatzteil direkt an die Marina in Sukošan. Hoffentlich klappt’s diesmal – wir bleiben vorsichtig optimistisch.
Also verbringen wir den Nachmittag im netten Sukošan. Ein kleiner, gemütlicher Ort direkt am Meer, mit engen Gassen, alten Steinhäusern, Palmen und jeder Menge Cafés. Hier ticken die Uhren offensichtlich etwas langsamer – genau das Richtige nach unserem kleinen DHL-Abenteuer.
Am Abend drehen wir noch eine Runde mit unserem Beiboot und finden dabei das neu gekaufte Boot von Hannes und Bianca an der Boje – ein richtig schnittiger Bayliner.

10. September 2026
Gewitter, Impeller & gemütlicher Nachmittag
Letzte Nacht kam dann doch noch das angekündigte heftige Gewitter. Gegen 22 Uhr rollte eine ordentliche Druckwalze mit ca. 34 Knoten Wind über uns hinweg, begleitet von Blitz und Donner. Sicherheitshalber haben wir den Motor gestartet und bis ca. 23:30 Uhr Wache gehalten. Danach wurde es wieder ruhiger und ging in Dauerregen über.
Heute etwas länger ausgeschlafen, waren wir dem entsprechend später beim Impellerkauf – aber es ging sich tatsächlich auf die Minute aus, dass wir vor dem nächsten Gewitterregen wieder an Bord waren.
An das Einbauen von Impeller war zunächst nicht zu denken. Es blitzte und schüttete so heftig, dass man kaum 10 Meter weit sehen konnte. Also haben wir sicherheitshalber einmal alles an Beleuchtung eingeschaltet, was ein Boot so hergibt. Man will ja schließlich gesehen werden. 😉
Als der Spuk vorbei war, wurde der restliche Nachmittag noch richtig gemütlich: schwimmen, lesen, kochen und essen – Der Motor ist inzwischen wieder zusammengebaut, testen werden wir ihn aber erst morgen.
Momentan ist es ruhig, nur gelegentlich hört man noch ein Donnergrollen in der Ferne. Der Regen stört uns bei den Temperaturen nicht – und Albatros freut sich über eine Süßwasserdusche.

09. September 2026
Kampf den Gelsen und dem Rost
Die Nacht war leider alles andere als erholsam – unsere Kajüte wurde zum Gelsen-Hotspot. Trotz Moskitonetz schafften es die kleinen Plagegeister irgendwie zu uns herein, nur keine Ahnung wo. Erst in den frühen Morgenstunden hatten wir alle erwischt und konnten noch ein bisschen Schlaf nachholen.
Unser Ersatzteil für den Wassermacher ist aus Neapel unterwegs, wird aber wohl noch etwas brauchen. Langweilig wird uns trotzdem nicht: Heute war das Service vom Beibootmotor dran. Der braucht dringend einen neuen Impeller, damit das Kühlwasser wieder läuft. Der Motor wollte sich allerdings nicht so einfach zerlegen lassen – Rost sei Dank waren ein paar Hammerschläge notwendig.
Als dann schwarze Wolken aufzogen und Gewitter angesagt war, verschoben wir den Impellerkauf auf morgen. Ein paar Stunden später: kein Gewitter, kein Regen. Auf den Wetterbericht ist also genauso viel Verlass wie auf die Gelsenabwehr.
Also schrubbt Roland das Boot und ich lese gemütlich mein Buch. Ich finde, besser kann man die Arbeit doch gar nicht aufteilen. 😉

08. September 2026
Blinder Passagier
Noch ein Wort zu gestern Nacht: Gegen 22 Uhr, wir waren Gott sei Dank noch munter, hielt plötzlich ein kleines Boot direkt auf unser Heck zu. Erst nach lautem Schreien und Pfeifen änderte es im allerletzten Moment den Kurs und schrammte haarscharf an uns vorbei. Das hätte richtig gekracht! Vielleicht gehörten die beiden ja in die Kategorie „Trunken Sailer“ – ein Boot mit Ankerbeleuchtung übersieht man normalerweise nicht. Aber natürlich gilt auch hier: die Unschuldsvermutung! 😉
Bevor es heute weiter ging, musste Monika natürlich noch eine Runde ins Wasser und ihre tägliche Kraulrunde absolvieren. 😄 Nach einer guten halben Stunde unter Segeln Richtung Sukosàn, entdeckten wir dann einen blinden Passagier an Bord: eine Gottesanbeterin – laut Foto übrigens ein Männchen. Beim Weibchen sollte sich das Männchen allerdings in Acht nehmen: Es kann vorkommen, dass es nach der Paarung von ihr verspeist wird. Unser kleiner Passagier hatte diesbezüglich zum Glück nichts zu befürchten. 😄
In Sukošan werden wir nun ein paar Tage verbringen und auf das Ersatzteil für unseren Wassermacher warten, das uns vom Hersteller auf Garantie zugeschickt wird. Der Wassermacher produziert zwar weiterhin ordentlich Wasser, lässt sich aber nur noch manuell einschalten, weil der Drucksensor defekt ist. Dadurch können wir derzeit auch nicht rückspülen.
„Langfahrtsegeln heißt, sein Boot an den schönsten Orten der Welt zu reparieren“ – dieses Sprichwort scheint uns jedenfalls zuverlässig zu begleiten. 😉
Unser Abendmenü: Frittatensuppe und Marmeladepalatschinken. 😄😄

07. September 2026
Ein später Start
Heute kommen wir erst spät vom Bojenfeld los – obwohl wir eigentlich gar nicht so spät aufgestanden sind. Das glasklare Meer voller Fische war einfach zu verlockend, und so wurde nach dem Frühstück erst einmal ausgiebig geschwommen und gebadet.
Als wir schließlich losfahren, ist es bereits Mittag. Eigentlich wollten wir nur eine kurze Strecke bis zu einer Bucht auf Molat fahren. Zwischen drei Booten wäre noch Ankerplatz genug gewesen, aber die deutschsprachige ältere Dame vom Boot hinter uns sah das nicht so, wollte unbedingt mehr Abstand und hörte nicht auf zu nörgeln. Keine Lust auf solche Bootsnachbarn holen wir den Anker wieder ein und fahren wortlos weiter.
Gerade kommt etwas Wind auf und wir können tatsächlich noch ein paar Seemeilen langsam, aber immerhin unter Segel zurücklegen. Die Bucht bei Muline ist bei unserer Ankunft schon gut belegt und an den wenigen freien Stellen hält unser Anker nicht. Also fahren wir noch ein Stück weiter nach Süden. Dort gräbt sich der Anker dafür umso besser ein – so gut, dass wir vermutlich auch einen kleinen Sturm überstehen würden. Für eine windstille Nacht sollte das also allemal reichen. 😎

06. September 2026
Ankerplatz-Kino und endlich wieder segeln
Der Tag beginnt mit einem echten Ankerplatz-Kino: Bei rund 28 Knoten Wind treiben gleich drei Yachten mit nicht haltenden Ankern an uns vorbei – eine davon sogar verdächtig knapp. Glücklicherweise hat uns keine getroffen und auch unseren gut haltenden Anker konnte niemand aus der Ruhe bringen.
Nach dem Anker auf, konnten wir endlich wieder die Segel setzen und für ein paar Stunden bei richtig gutem Wind segeln. Die meiste Zeit hatte Monika das Steuer in der Hand und sichtlich Spaß daran. Auch unsere Windsteueranlage durfte zeigen was sie kann – und wurde von uns, für richtig cool befunden.
Leider hielt der Wind nicht den ganzen Tag durch, sodass wir zum Schluss doch noch etwa zweieinhalb Stunden motoren mussten. Gegen 20 Uhr machten wir schließlich an einer Mietboje (50,-€/Tag) vor Premuda fest. Ankern ist hier eher schwierig, da es keinen besonders guten Ankergrund gibt.
Alles in allem also ein spannender Tag mit etwas Nervenkitzel, viel Segelspaß und einem entspannten Abschluss an der Boje.

05. September 2026
Rudern statt motoren
Heute verbringen wir einen entspannten Tag am Ankerplatz vor der Halbinsel Vižula in Medulin. Schon die Römer wussten diesen geschützten Platz zu schätzen und errichteten hier ab dem 1. Jahrhundert eine luxuriöse Villa direkt am Meer. Mit prächtigen Mosaiken, Säulen, eigenen Thermen mit Fußbodenheizung und sogar einem eigenen Hafen muss sie einst beeindruckend gewesen sein. Teile der Anlage und des römischen Hafens liegen heute sogar unter Wasser.
Auch wir statten Medulin einen Besuch ab mit dem Beiboot. Bevor unser Beiboot jedoch überhaupt ins Wasser konnte, mussten wir erst einmal zu Panzerknackern werden: Unser eigenes, völlig eingerostetes Vorhängeschloss ließ sich nicht mehr überreden – also bekam es kurzerhand Bekanntschaft mit der Flex. 🔧😂 Danach wurde der Außenbordmotor montiert, doch nach 1,5 Jahren Standzeit läuft der gute alte Zweitakter noch nicht so, wie er soll. Also hieß es trotz montiertem Motor: Ruder raus und ab nach Medulin! 🛶💪 Und wer weiß – hätten wir schon motoren können, wäre uns die große „Spiegeleiqualle“ bestimmt entgangen. 🪼😂
In Medulin sind wir gemütlich durch die Gassen geschlendert und haben uns zum Abschluss natürlich wieder einen schönen Sundowner gegönnt. 🍹🌅

04. September 2026
Wenn der Wind Urlaub macht
Nach einer ruhigen Nacht vor Anker und einem guten Frühstück ging es um 09:00 Uhr in den Stadthafen von Novigrad. Nachdem unsere Dieseltanks gefüllt und noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt besorgt waren, hieß es wieder: Leinen los und hinaus aufs Meer!
Leider ließ uns der Wind heute völlig im Stich. Bei den kurzen Brisen die uns vergönnt waren nutzten wir die Gelegenheit, endlich unseren gebraucht gekauften Parasailor auszuprobieren, den wir bisher noch nie gesetzt hatten. Und wir können nur sagen: Was für ein tolles Leichtwindsegel! Selbst bei kaum Wind zog er erstaunlich gut. Zitat Monika: "Das grenzt fast an Zauberei"
Trotzdem mussten wir den Großteil der Strecke motoren. Dafür gönnten wir uns unterwegs den einen oder anderen Badestopp und genossen einfach die kroatische Küste und das herrliche Meer. 🌊⛵️

03. September 2026
Immer was zu tun
Heute haben wir den ganzen Tag gemütlich in der Bucht verbracht und dabei gleich einige wichtige Dinge erledigt. Unsere Abdichtung ist fertig, die Leine der Reffanlage wurde sauber aufgerollter , der Wassermacher wurde aktiviert und zum ersten Mal konnten wir unsere Wassertanks mit selbst entsalztem Wasser füllen. Schon ein ziemlich gutes Gefühl, wenn aus Meerwasser plötzlich Trinkwasser wird!
Auf Albatros wurde wieder mal fleißig umgeräumt. Wir haben versucht, alles so zu verstauen, dass es möglichst funktional und praktisch ist. Ob wir das allerdings jetzt beim dritten Versuch schon perfekt hinbekommen haben, wird sich zeigen. Vermutlich wird das eine oder andere Teil in den nächsten Tagen noch seinen Platz wechseln. 😉
Und dann gab es noch eine ganz besondere Premiere: Die erste kleine Operation an Bord! Monika musste heute höchstpersönlich einen Schiefer aus meinem Fuß „operieren“. (sie hatte nicht nur die Pinzette in der Hand). Jeder Skipper lernt wohl beinahe als Erstes, dass man an Bord Schuhe trägt. Aber was soll ich sagen … ich bin halt einfach ein Barfußmensch. 😎
Alles in allem also wieder ein erfolgreicher Tag – mit Wasser im Tank, Ordnung an Bord und einem kleinen medizinischen Notfall. So langsam wird Albatros wirklich zu unserem schwimmenden Zuhause.

02. September 2026
Die ertsen Seemeilen im Kielwasser
Heute Mittag wurde Albatros wieder ins Wasser gehoben und vom Mechaniker noch einmal auf Dichtheit kontrolliert. Alles war trocken – also hieß es endlich: Leinen los und Kurs Kroatien! ⚓️🇭🇷
Es herrschte Flaute aber dafür konnten wir den Motor ausgiebig testen. Mit jeder Seemeile wurde die Anspannung weniger, auch wenn wir immer wieder nach dem Rechten sahen.
Auf halber Strecke dann ein kurzer Schockmoment: Wieder eine Salzwasserpfütze! 😱 Für einen Moment dachten wir nur: „Das kann nicht sein – die Reparatur ist fehlgeschlagen!“
Also wieder alles ausräumen, nach hinten kriechen und suchen. Doch große Erleichterung: Der Ruderschaft war trocken! Die Ursache waren die Beschläge der Badeplattform, die durch unsere zusätzliche Langfahrt-Beladung nun vom Seewasser überspült werden und undicht sind. Mit 2 Gabelschlüssel war die Ursache schnell eingedämmt und morgen wird final abgedichtet.
Nach sieben Stunden Fahrt fiel pünktlich zum Sonnenuntergang der Anker. 🌅 Und als wäre das nicht schon schön genug, gab es gleich am ersten Tag Delfine als gutes Omen für unsere Reise! 🐬

01. September 2026
Albatros ist wieder startklar!
Heute konnten die Arbeiten am Ruder abgeschlossen werden und Albatros ist wieder komplett zusammengebaut.
Morgen um 12 Uhr mittags ist es dann soweit: Der Krantermin steht an und Albatros darf wieder ins Wasser. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass alles dicht ist und die Reparatur hält, was sie verspricht. 🤞🍀
Wenn alles nach Plan läuft, sollte sich unser Live-Tracking-Punkt ab etwa 13 Uhr wieder bewegen – und zwar in Richtung Kroatien! 🇭🇷⛵️
Also: Haltet uns morgen ganz fest die Daumen! 🍀

31. August 2026
Ice, Ice Baby 🍦
Da wir ja sowieso auf dem Trockenen sitzen, nutzen wir die Gelegenheit, heute gleich noch eine zweite Sicherheitsreparatur machen zu lassen. Der GFK-Grund rund um die Wellendichtung war nach all den Jahren nicht mehr im besten Zustand. Deshalb haben wir uns entschlossen, auch hier vorsichtshalber etwas nachzubessern. Mit einer Glasfasermatte und Epoxidharz war die kleine Reparatur schnell erledigt – jetzt muss das Ganze nur noch bis morgen ordentlich aushärten.
Gegen Mittag sind wir dann mit dem Bus nach Lignano gefahren, um ein paar kleinere Besorgungen zu machen. Nach einem Bier und einer Portion Pommes am Hausmeisterstrand, durfte natürlich auch ein Eis nicht fehlen. In einem „Make your own Eisbecher-Laden" konnten wir uns unseren eigenen Becher zusammenstellen – ein leckerer Abschluss für unseren kleinen Ausflug. 🍦🍺,

30. August 2026
Am siebten Tage sollst du ruhn....
Da heute Sonntag ist und an unserem Boot sowieso nicht gearbeitet wird, haben wir den Tag ganz entspannt verbracht. Wir haben es uns am hauseigenen Pool der Marina gemütlich gemacht, sind schwimmen gegangen und haben den einen oder anderen Aperol genossen.

29. August 2026
Boot ohne Ruder
Heute Morgen haben Toni und sein Bruder das Ruderblatt ausgebaut und sind der Ursache des Problems auf den Grund gegangen. Der Ausbau verlief zum Glück relativ reibungslos. Schnell war klar: Schuld sind undichte Dichtungsringe in der Buchse.
Da die passenden Ringe erst am Montag besorgt werden können, heißt es für uns erst einmal warten. Den restlichen Tag haben wir deshalb ganz entspannt mit Kartenspielen verbracht.

28. August 2026
Leider wieder an Land
Wir stehen wieder an Land und warten auf die Ruderreparatur, mit dessen Ausbau morgen begonnen wird. Von unserem Liegeplatz bis in die Kranbox hat der Motor perfekt funktioniert und genau das gemacht, was er soll. Nach all den Arbeiten daran war das ein richtig gutes Gefühl. 😊
Auf dem Foto kann man außerdem gut erkennen, dass unser Coppercoat funktioniert: Das Kupfer ist bereits oxidiert und bekommt langsam seine typische grüne Farbe. Ein gutes Zeichen! ⚓️

27. August 2026
Doch nicht Starbereit
Der Start muss warten
Eigentlich sollte es heute endlich losgehen – doch unser Start muss leider verschoben werden.
Der Kühlschrank ist zwar mittlerweile repariert, aber kurz vor dem Ablegen entdeckten wir hinten im Boot eine kleine Pfütze Salzwasser. Nach längerer Suche war der Übeltäter gefunden: Die Kopfdichtung des Ruderschaftes leckt. Wirklich nur minimal, Tröpfchen für Tröpfchen – aber natürlich wollen wir der Sache auf den Grund gehen.
Da ich mich mit diesem Thema nicht wirklich auskenne, haben wir sicherheitshalber einen Fachmann kommen lassen. Die gute Nachricht: Es ist wirklich nichts Schlimmes. Die schlechte Nachricht: Für die Reparatur müssen wir wieder aus dem Wasser gehoben werden.
Also heißt es morgen wieder raus aus dem Wasser. Am Samstag beginnen die Arbeiten.
Unser Start verzögert sich damit leider noch ein bisschen. Aber wir bleiben zuversichtlich und halten euch natürlich auf dem Laufenden! ⛵️

26. August 2026
Starbereit
Heute wurde das Boot endgültig fertig eingeräumt – alles hat seinen Platz gefunden und die letzten Sachen sind verstaut.
Ein kleines Problem bleibt allerdings noch: Der Kühlschrank kühlt nicht richtig. Er läuft zwar, schaltet aber nach kurzer Zeit wieder ab. Das müssen wir in nächster Zeit noch genauer anschauen und reparieren. Gott sei Dank haben wir zusätzlich noch unsere ENGEL Kühlbox dabei, die hervorragend funktioniert und uns vorerst gut versorgt.
Und noch etwas ist ab heute aktiv: Unser Live Tracking ist gestartet! Damit könnt ihr ab sofort verfolgen, wo wir gerade unterwegs sind. ⛵🌊

24. August 2026
Der Countdown läuft
Die letzten Vorbereitungen zu Hause laufen auf Hochtouren. Morgen ist es soweit: Wir verlassen unser Zuhause für ein ganzes Jahr und starten in unser großes Abenteuer. ⛵🌊
Ein ganz besonderes Gefühl – Vorfreude, Aufregung und ein bisschen Wehmut sind dabei. Noch einmal durch alle Räume gehen, die letzten Dinge erledigen und dann heißt es für uns: Leinen los!
Und auch wenn wir morgen für ein Jahr auf Reisen gehen, ist zu Hause weiterhin jemand da. Unser Zuhause bleibt also nicht allein zurück. 😉

20. August 2026
Endlich wieder auf dem Wasser
Nach all den Arbeiten an Land ist es endlich so weit: Der Kran hebt Albatros ins Wasser! ⚓️🌊
Wir dürfen noch bis nächste Woche am werfteigenen Anlegeplatz festmachen. Ein letztes Mal noch die Leinen an diesem vertrauten Steg – dann heißt es endgültig Abschied nehmen.

19. August 2026
Die Wanten werden kontrolliert
Bevor es endgültig losgeht, werden alle Wanten und Stage noch einmal gründlich kontrolliert und nachgespannt.
Da die Wanten und Stage neu sind, längen sie sich in der ersten Zeit noch etwas. Deshalb ist es wichtig, die Spannung regelmäßig zu überprüfen und entsprechend nachzustellen.

25. August 2026
Start ins Abenteuer
Am 25.08.2026 bringt uns unser Sohn René nach Italien zu unserem Boot. Somit wird es langsam ernst – unser großes Abenteuer rückt in greifbare Nähe.
Je nachdem, was uns das Wetter vorgibt, werden wir in den Tagen danach die Leinen losmachen und unsere Reise beginnen. Ein ganz besonderer Moment für uns: Nach all den Vorbereitungen, Arbeiten, Planungen und auch so mancher Herausforderung geht es endlich los.
Wir freuen uns riesig auf das, was vor uns liegt – auf neue Länder, viele Erlebnisse, Begegnungen und natürlich auf eine unvergessliche Zeit auf unserer Albatros. ❤️

